Jetzt auch ohne Worte

Dieses Blog gibt es jetzt etwas länger als ein Jahr. Ich habe darin über sehr unterschiedliche Themen geschrieben, immer irgendwo zwischen Journalismus und Literatur. Dabei hatte ich das Gefühl, dass all das Teil von mir ist und deswegen einen Platz im Blog verdient hat. Trotzdem hatte ich immer auch den Eindruck, dass es zu viel war, zu viele Themen, zu viele Schreibstile und zu viele Leser aus zu vielen unterschiedlichen Interessensgebieten. So hat das Blog letztendlich nie wirklich Fuß fassen können und ich habe mich deshalb dazu entschlossen, es vorerst auf Eis zu legen.

In der nächsten Zeit kann und wird sehr viel passieren und darüber werde ich auch wieder schreiben. Auf diesem Blog, auf einem anderen oder auf Papier. Vorerst aber überlasse ich das Wort denen, die besser damit umgehen können:

„Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt.“ (Buddha)

„Das Leben schrumpft oder dehnt sich aus proportional zum eigenen Mut.“ (Anaïs Nin)

„Die Nacht brach herein, ohne Vorwarnung. Ein Dunkel löste das andere ab. Es war gut und richtig, wieder in Asien zu sein.“ (Christian Kracht)

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Kampf vs. Kunst

Kampfkunst. Allein schon das Wort klingt irgendwie widersprüchlich. Da ist einerseits der archaische Begriff des Kampfes, den es in unser scheinbar zivilisierten Gesellschaft beinahe nur noch als Metapher gibt, kaum mehr aber in seiner eigentlichen Bedeutung eines gewaltsamen Aufeinandertreffens. Auf der anderen Seite des Wortgebildes finden wir überraschend den Begriff der Kunst, der wieder einmal für das Schöne, das Wahre und das Gute steht, vielleicht auch für das prätentiöse Gebaren einer selbsternannten Elite, in jedem Fall aber für etwas ganz anderes als der Kampf.

sparringWem der Begriff der Kampfkunst unterkommt, der entscheidet sich meistens intuitiv für einen der beiden Aspekte, ganz egal ob als Außenstehender oder Aktiver. Auf den ersten Blick lässt es sich leichter über den Kampf urteilen. Man kann ihn schnell zu seinem besten Argument machen, mit dem Wissen oder zumindest der Hoffnung, einen anderen Menschen unmittelbar physisch zerstören zu können. Dabei handelt es sich selbst in der heutigen Zeit um eine grundlegende, im Menschen angelegte Wahrheit. Natürlich ist dieser Aspekt auch sehr leicht anzugreifen, gerade vom hohen Ross des Gutmenschen, der den Kampf als archaisches Aufeinanderprallen Minderbemittelter denunziert.

Interessanterweise setzen auch die Verfechter der Kunst unter den Kampfkünstlern an diesem Punkt an. Da wird prätentiös das Mantra wiederholt, dass der eigentliche Kampf nur im Inneren gegen sich selbst stattfindet, während die direkte und haltlose Auseinandersetzung nur etwas für dumpfe Zeitgenossen ist, die sich nicht in die luftigen Höhen dieser Metaebene schwingen können. Genau hier schließt sich jedoch der Kreis, da diese Kunst einer Überprüfung durch die Realität in Wettkampf- oder realen Verteidigungssituationen oft nicht standhalten kann. Und so kann letztendlich der Kämpfer dem Künstler seine Realitätsferne und Affektiertheit vorwerfen, genauso wie sich andersherum der Feingeist seiner Überlegenheit gegenüber dem Haudrauf sicher ist.

Vielleicht sollten wir anfangen, Kampfkunst als das zu sehen, was sie wirklich ist. Ein kompromisslos ehrlicher Sport, aber auch eine beeindruckende Metapher, die so grundlegende Seiten des menschlichen Lebens wie Durchsetzungsvermögen, Risikobereitschaft, Leidenschaft und Hingabe illustriert. Das ist zwar wieder keine klare und hinreichende Definition von Kampfkunst, aber zumindest ist es die Einsicht, dass das Phänomen viel komplexer als oftmals dargestellt ist und mehr Aufmerksamkeit auch hierzulande verdient hat.

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Die Lichter der Vorstädte

Alle sprechen von den Lichtern der Städte. Sie weisen den Weg zu Möglichkeiten, Träumen und der Chance, die jeder nur einmal bekommt. Doch was ist mit den Lichtern der Vorstädte? Warum spricht niemand von ihnen? Von den brachliegenden Sehnsüchten und unzähligen Nächten am Ende einer Monotonie, welk vom immer gleichen Spiel des Ein- und Ausschließens. Sie sagen, wahre Größe findet sich am Ende der Karriereleiter hoch über den Dächern im Zentrum. Wahre Größe findet sich vielleicht auch im ausharrenden letzten Licht des unscheinbaren Hauses, glaube ich. Tag ein, Tag aus in der Vorhölle des Erfolgs, vielleicht sogar des Überlebens, wo Realität und Wunsch den Weg immer anderswo hin weisen. Wenn die Straßenecken einmal nicht die ganz großen Romane schreiben, sind nicht gerade das die wertvollsten Momente?

night_life_in_saitama_by_naginatas-d32wfx8Vielleicht sind die Vorstädte keine Ausreden des kleinen Mannes, sondern Wiegenlieder auf dem Dahinweilen in Richtung Schlussstrich, sanft und doch bestimmt hin zu einem endgültigen Zweck, den wir in dem, was wir Unterkunft, zu Hause oder sogar Heimat nennen, nur selten erkennen, aber immer leise vermuten. Leise, denn unser Nächster ist uns fremd wie wir uns selbst. Das ist sie, die Romantik unserer Zeit und die Essenz der Vorstädte. Ganz egal in ihrem Wesen machen sie alle gleich und markieren eine Pause auf dem Weg nach oben. Und wir schlafen uns weiter in ihnen durch unser Leben bis wir uns irgendwann die Augen reiben und die Nacht fragen, wie all das passieren konnte.

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Südkorea und seine (un)bekannte Musik

K-Pop, das ist Popmusik aus Südkorea im weitesten Sinne, deren Bekanntheitsgrad außerhalb Asiens denjenigen anderer „nationaler“ Genres wie J-Pop oder Kantonpop bei weitem übersteigt. Jedes Kind kennt hierzulande den Megahit Gangnam Style von Psy und Acts wie Super Junior oder Girls‘ Generation führen immer öfter speziell bei jüngeren Hören zu Schwärmereien bei beiden Geschlechtern. Dadurch ist K-Pop insgesamt der vielleicht wichtigste Teil von Hallyu, der koreanischen Welle der Popkultur, die im 21. Jahrhundert immer höhere Wogen schlägt.

Doch was macht K-Pop und den damit verbundenen Hype so besonders? Viele der Mainstream-Gruppen sind gecastet und wirken durchschaubar und arg künstlich. Das sollte allerdings nicht unbedingt negativ verstanden werden, weil es sich hier um eine wohl spezifisch ostasiatische Ästhetik handelt, die nicht etwa Authentizität anstrebt, sondern vielmehr eine unerreichbare, fast ätherische Distanz zwischen Musikern und Fans erzeugen will, die das Schmachten der Anhänger umso leidenschaftlicher macht und sich zum Beispiel auch in der japanischen Idol-Kultur findet. Zudem lässt sich nicht abstreiten, dass sowohl die Musik als auch die Tanzperformances des K-Pop sich in den meisten Fällen wohltuend vom westlichen Mainstream abheben.

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Was aber auf den ersten Blick bemerkenswert an K-Pop ist, ist die Tatsache, dass die meisten Liedtexte abgesehen von kurzen englischsprachigen Passagen auf Koreanisch sind. Selbst bei den kommerziellsten Acts wird nicht auf Englisch ausgewichen. So scheint das Land, das gerade im 20. Jahrhunderte eine schreckliche Geschichte und einen kometenhaften Aufstieg über- und durchlebt hat, seine Identität wesentlich über Sprache zu definieren. Diese Identität wird über die Sprache in der Musik unverkennbar affirmiert und führt nicht nur zu wirtschaftlicher, sondern auch zu kultureller Festigung.

Mit dieser Grundlage lohnt es sich wiederum, einen Blick auf die Wirkung des K-Pop im Ausland zu werfen. Hier präsentiert sich Südkorea geschickt als modernes Land und spricht nicht nur die koreanische Diaspora an, sondern richtet sich gerade auch an Fans aus anderen Kulturkreisen, die über die Musik touristisches und weitergehendes Interesse am Land und der Sprache entwickeln. Der koreanische Fernsehsender Arirang beispielsweise zeigt immer wieder stolz K-Pop-Fans aus der ganzen Welt im Rahmen von Diskussionsrunden und Coverauftritten. Eine derart starke Medienpräsenz wirkt so nicht nur auf Regionen wie Europa, in denen Korea bis vor einigen Jahren ein im Grunde unbekanntes Land war, sondern auch auf Länder, deren Beziehungen zu mit Korea historisch vorbelastet sind. In Japan beispielsweise, wo das Verhältnis zu Korea noch immer äußerst negativ und historisch kaum aufgearbeitet ist, trägt der große Erfolg von K-Pop bei der jüngeren Generation letztendlich sogar zu einer beginnenden Völkerverständigung bei.

Natürlich könnte man auch dem starken Interesse an K-Pop eine gewisse Idealisierung und einen Hang zum Exotismus zu attestieren, aber insgesamt lässt sich nicht abstreiten, dass die Musik und ihre Interpreten über einen ganz eigenen Charme verfügen und dass die koreanische Welle ein hochinteressantes Phänomen einer positiven Seite der Globalisierung darstellt. Umso spannender wird es sein, abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und ob Südkorea vielleicht sogar den alten Popkultur-Giganten Japan ablösen wird.

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Das gute alte Ballspiel

Als ich es zum ersten Mal auf Bildern sah, erschien es mir ganz anders als das damals wie heute allgegenwärtige Fußball. Das Spiel existierte nur auf den Bildern für mich und obwohl ich wusste, dass es irgendwo in Amerika, wo auch immer genau das auch sein mochte, ein wichtiger Teil des Alltags vieler Menschen war, blieb Baseball für mich etwas Exotisches, ein Blick in eine andere Welt. Immer wieder faszinierten mich die Urgewalt des Schlägers, die Finesse des Handschuhs und der kleine Ball; ein Dreigespann, das im Fluss der Bewegung noch viel beeindruckender sein musste. Als ich dann schließlich zum ersten Mal Ausschnitte eines Spiels im Fernsehen sah, war ich überrascht. Mit einer Mischung aus Staunen und Verwirrung wurde ich Zeuge einer raschen Abfolge völlig unterschiedlicher und seltsamerweise doch irgendwie harmonischer Bewegungen eines Spiels, dessen Regeln mir noch lange eine Rätsel bleiben sollten.

Selbst später, als ich glaubte, die Regeln Amerikas, jenes selbstbewussten Landes, das Projektionsfläche auch vieler meiner Träume geworden war, verstanden zu haben, blieb Baseball mir ein Rätsel. Zwar erkannte ich im Duell zwischen Werfer und Schläger die amerikanische Verherrlichung des Individuums wieder und auch die Tatsache, dass man bei Baseball nicht wie beim Basketball oder Football bestimmte körperliche Voraussetzungen mitbringen musste, erschien mir als Verwirklichung eines demokratischen Ideals, aber ich war mir nicht sicher, ob das nicht wieder eine typisch europäische Intellektualisierung war und zweifelte daran, das Spiel jemals voll verstehen zu können, ohne damit aufgewachsen zu sein.

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Bis zum Tag, an dem ich zum ersten Mal selbst im Stadion war und begann, das Spiel zu fühlen. Plötzlich verstand ich, dass meine Überlegungen zumindest unterschwellig durchaus zutrafen und dass Baseball viel mehr ist als nur ein wichtiger amerikanischer Zeitvertreib. Es verkörpert die Seele des Landes über alle Altersklassen und sozialen Schichten hinweg und steht für ein nostalgisches Überdauern jenseits aller Trends und Moden. Und so kam es, dass an jenem lauen kalifornischen Oktobertag der Ballgame Song zu meiner Nationalhymne wurde und die altmodischen Uniformen seltsamerweise auch für mich ein nostalgisches Symbol einer heilen Welt wurden. Ich hatte die Faszination so weit aufgesogen, dass sie ein, wenn auch fiktiver, Teil meiner eigenen Vergangenheit geworden zu sein schien. Und noch heute überkommt mich bei einem Baseballspiel, ganz egal ob in den USA oder in Asien, das wohlige Gefühl, in der guten alten Zeit angekommen zu sein. Und nach einigen Stunden voller Dramatik und dynamischer Aktionen, aber auch voller guter Gespräche und Gemütlichkeit ist mein Bild vom alten Ballspiel wieder ein bisschen vollständiger und ich freue mich auf das nächste Mal. Bis es wieder heißt: „Take me out to the ballgame…“

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En Vogue

In Deutschland haftet Mode manchmal der Ruf des Oberflächlichen und Bedeutungslosen an. Dieser Eindruck wird zusätzlich verstärkt durch in den Medien dauerpräsente spleenige High-Fashion-Diktatoren und dümmliche Magermodels. Andererseits ist Deutschland erwiesenermaßen nicht gerade ein Modemekka und gerade auch akademische Berufsgruppen gelten als besonders schlecht angezogen. Hier muss die Frage erlaubt sein, ob sich diese Kopfarbeiter nun zu Recht über derartige Nichtigkeiten erhoben haben oder ob vielleicht die ganze Bedeutung des Phänomens Mode im Elfenbeinturm noch nicht angekommen ist.

Eigentlich ist ja die Herausbildung guten Geschmacks eines der wichtigsten Ziele umfassender Bildung. Stolz führt der Intellektuelle seine Bildung in so verschiedenen Bereichen wie Literatur, Musik und Malerei vor und vergisst dabei immer wieder Kleidung und Mode, die ebenso wie die genannten Bereiche komplexe Zeichensysteme voller zeitloser Klassiker und ironischer Zitate sind und genau wie andere Kunstformen unser Leben gleichzeitig abbilden und beeinflussen. So wird auch Kleidung zu einem interessanten Spiel mit Signifikaten und Signifikanten und da dieses Spiel unmittelbar sichtbar an der Oberfläche ausgetragen wird, wirkt es umso direkter und nimmt das Geschmacksurteil über die jeweilige Person vorweg.

marcelloDas waren noch Zeiten: Marcello wusste, wie es gemacht wird.

Ein derartiges Urteil ist letztendlich immer auch ein Urteil des Trägers der Kleidung über sich selbst und eine Botschaft an Andere. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt und den Verfall des Modegeschmacks mit einem allgemeinen Sitten- und Geschmacksverfall in Verbindung bringt. Natürlich ist Haute Couture selten bezahl- und tragbar und sollte in ihrem exklusiven Kontext eher als Kunst mit Ausstellungswert interpretiert werden.  Alltagskleidung aber spielt in jedem Fall eine wesentliche Rolle in Bezug auf die Art, wie man sich immer wieder von neuem der Welt stellt und von ihr wahrgenommen wird. Das kann sich gewollter Eleganz bis hin zu bewussten Brüchen ganz unterschiedlich äußern, aber wie sooft gilt auch hier: wer sich Gedanken über etwas macht, hat mehr davon.

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Interview – Jason Ng

Born in Hong Kong, Jason Ng is a globe-trotter who spent his entire adult life in Europe and various cities in the United States and Canada before settling back in his birthplace seven years ago. He is a full-time lawyer and a freelance writer who raves and rants about Hong Kong and the quirky, endearing people with whom he shares the tiny island.

Jason’s first book, HONG KONG State of Mind, published by Blacksmith Books, was released in December 2010 to rave reviews and was reprinted in eight months. Jason is a resident blogger for The South China Morning Post. He is also a contributing writer for newspapers and magazines, and a member of the Hong Kong Writers‘ Circle. Lehrzeit is pleased to announce that Jason agreed to do an interview about education and culture in Hong Kong.

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Lehrzeit: Hong Kong is known as a city where the finance and law sectors are dominant. Do the humanities like literature and philosophy still matter in Hong Kong’s education system or is everything geared to more practically oriented subjects such as business studies and law?

Jason: In high school, every student is streamed into either „arts“ and „science.“ Students with better grades all tend to do science because biology gets them into medical and dental schools, physics gets them into computer science and engineering, and chemistry gets them into pharmacy. At the university level, the hardest majors to get into are: medicine, dentistry, business, law, accounting and pharmacy. The perceived „losers“ will end up majoring in Chinese literature, history or sociology. So the short answer to your question is yes, there is definitely a slant toward the more practical (i.e. money-making) subjects.

Lehrzeit: Do you personally regret this development and do you think it has something to do with a certain pragmatism and appreciation of wealth in Chinese culture? In your book, you mention and criticize the fact that according to statistics, many Hong Kongers do not read a single book after they graduate from high school. Would you say there is a relation between this and the orientation towards more practical subjects you mentioned above?

Jason: There’s a lot of what I called „intellectual lethargy“ in Hong Kong — which is of course regrettable. It comes through in both our education (as I discussed in my answer to your first question) and the lack of a reading culture. Compared to our counterparts in neighboring countries like Japan, Taiwan and even China, Hong Kongers really don’t read much. You hardly see anyone reading a book on the MTR (our underground transport system) or commuter trains. I won’t necessarily attribute that to pragmatism in Chinese culture at large. I think it’s a Hong Kong phenomenon. Hong Kong people want to make as much money as they can (to pay for that exorbitantly expensive apartment) and as quickly as they can (we refer to the ages between 35 and 45 as the „Golden Decade“ during which our money-making capability is at its height). Anything that doesn’t directly contribute to the money-making process, such as reading, gets sidelined. The only books people are willing to spend time reading are those on investments, personal finance and fortune-telling.

The intellectual lethargy in Hong Kong does not, however, prevent parents from forcing their children to read. Parents know that reading is good for their kids and will get them into better schools (which is another example of our pragmatism). Because parents so often make their children do things that they themselves have failed to do in life, they make sure the latter learn to play the piano, speak a third language like French or Spanish and read more books.

However, the new Generations Y and Z (kids born after 1980s and 1990s) are bucking the trend. Because they have been — either actually or presumptively — priced out of the property market, many of them have given up playing the game of getting ahead in the corporate world, saving up and becoming a home owner. Marginalized by the economic system, they tend to be more intellectually curious and politically active. They pursue traditionally less sought-after careers (like writing, music, organic farming, etc.) and have broader interests, including reading.

Lehrzeit: Let us briefly talk about those not affected by intellectual lethargy. It is sometimes claimed that in Japan, intellectuals are more and more turning away from Western models of thinking and that Kenzaburo Oe may be the last writer of his kind. Do you think the term “intellectual” also applies to Hong Kong and if so, to what extent does Western philosophy, art and literature influence Hong Kong intellectuals? Is Hong Kong’s relation to British culture still exceptional or is it rather treated like any other Western culture facing the dominance of American culture? What role does Chinese culture play in these fields?

Jason: Hong Kong touts itself as the quintessential „east meets west“ city, a crossroad of two cultures: English and Chinese. In reality, however, we are a fundamentally Chinese culture. You don’t have to look far, just look at the festivals we celebrate, the customs we observe and our family values. Superstition is one of the best windows into any given culture. Almost all superstitious beliefs in Hong Kong are Chinese-based. For instance, the number 13 — an unlucky number in the West — is never avoided with the same vigilance as the number 14, which sounds like „sure death“ in Cantonese. Although British culture and tradition are well-known to the local population, they are understood on a rather superficial level. Take Christmas and Easter for example. Everyone knows that they are about the birth and resurrection of Jesus Christ, and that the former is celebrated with decorated trees and wrapped gifts and the latter with painted eggs. But neither holiday affects us on a deeper level — unlike Chinese New Year, for instance — and no one can quite articulate what „Christmas spirit“ means.

Western philosophy, art and literature play an almost non-existent role in society. Children learn them by rogue at school, but only because they have to or their parents make them. Adults who pursue them on their own accord are often labelled as „pretentious“ or „white-washed“, sometimes justifiably so. Indeed, I sometimes question how many Dickens or Steinbeck readers truly enjoy what they read, and how many of them do so merely to feel different from and superior to the rest of the pack. Western philosophy is considered unattainable, if not an altogether waste of time. It would be hard pressed to pick someone from the street who can tell you who Hegel or Kierkegaard is. Most will probably identify them as luxury watch brands.

HongKongPeakLehrzeit: Now that we’ve almost come to the end of our interview, let us have a look at the future of Hong Kong. In 2047, Deng Xiaoping’s “one country, two systems” agreement eventually expires and many Hong Kongers have a rather critical view on this. Would you agree and what consequences do you think Hong Kongers could possibly draw? In your opinion, will there be major effects on Hong Kong’s education system and the way the city defines itself culturally?

Jason: Frankly speaking, few people in Hong Kong think that far ahead. Back in the 70s and 80s when the British and the Chinese negotiated the city’s destiny, 50 years sounded like an eternity. Now that we are 15 years into the handover with 35 more to go, 2047 still feels light years away. We all seem to take John Keynes‘ famous line to heart: „In the long run, we are all dead.“

As for the minority of citizens who DO think about these things (myself included), we generally believe that the Communist Party won’t make it to 2047. There are signs every day and everywhere in China that the current regime will collapse, implode and vanish within the next 5 to 10 years. Economy growth is unsustainable and when the economy ceases to expand, unemployment will rise and public anger will boil over to the point of an all-out revolt. A Jasmine Revolution is brewing, quickened by social media and instant information flow. All dystopias are destined to fail; China is no exception.

You mentioned „one country, two systems.“ The only reason why it still exists today is because of Taiwan. The unification of the two Chinas has been the only clear mandate the Communist Party has since the founding of the Republic. As long as Taiwan remains a renegade state, Hong Kong will always be held up by China as a poster child for a bloodless reconciliation of ideologies.

I will end by saying a few words about the recent „National Education“ saga. Attempt by the government to implement a pro-China patriotic curriculum was thwarted by weeks of public demonstrations. The political crisis demonstrates that, despite all the patent flaws we so willingly accept in our education system (including the anti-intellectualism I mentioned in my answers to your previous questions), there’s one thing we know we won’t stand for: socialist brainwashing and Sinofication of Hong Kong. It was a battle so brilliantly fought and won by the people that it filled me such pride and reassurance that not all is lost. Even the most hardened of cynics must crack a smile and tip his hat to our citizens.

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